Fortbildung trotz -bewegung

Mein erster und bestimmt nicht letzter Trip nach Köln liegt hinter mir, und nicht nur hab‘ ich eine schöne Stadt gesehen und mir eine saftige Erkältung gefangen, ich konnte mich auch in den Fachgebieten Brauwesen, Kampfkunst, Entwicklungshilfe, Städteplanung, Logistik und Selbstständigkeit weiterbilden.

Auf der Suche nach günstigen Transportmöglichkeiten für diesen Trip, hatte ich mich zum ersten Mal auf einer Mitfahrgelegenheitswebsite angemeldet. Ich weiß, dass ich wieder spät zur Blablaparty erscheine, aber ich war selten von etwas so begeistert: Du triffst interessante Menschen, und es besteht keine Möglichkeit, dass sie langweilig werden, da du sie danach nie wieder siehst! Wie es sich herausstellte, wurden es jeweils ein paar Stunden Fortbildung in allen möglichen Themen, mit dem interessanten Nebeneffekt, dass man sich danach ein paar hundert Kilometer vom Ausgangspunkt befand.

Die erste Reise ging von München-Neubiberg zum Kölner Hauptbahnhof. Insgesamt wurden es vier sich völlig fremde Jungs zwischen 21 und 27 Jahren. Zwei der Mitfahrer hatten sich jahrelang mit verschiedenen Kampfkünsten auseinandergesetzt und konnten darüber fachsimpeln. Einer kam gerade von seinem Bewerbungsgespräch und hatte einen Doktorandenplatz für Brauwesen ergattert. Mit ihm konnte ich über sämtliche Getränkethemen die es gibt, diskutieren. Schließlich stellten wir fest, dass wir alle vier an irgendeinem Punkt in unserem Leben in einer Metalband gespielt hatten, und damit war die Fahrt sowieso gelaufen.

Nach einem erfolgreichen Aufenthalt in Köln, und einem kleinen Set im Comedyclub BOING, ging die nächste Etappe nach Karlsruhe. Dorthin nahm mich ein geschiedener Städteplaner aus Köln mit, der seinen Sohn besuchte und für zwei Jahre als Entwicklungshelfer in Kambodscha gearbeitet hatte. Gesprächsthemen waren also gegeben, und wir waren uns auch über mein Lieblingsthema Universal Basic Income (UBI) sehr einig.

Nach einer kleinen offenen Bühne in Karlsruhe fand ich mich am nächsten Morgen um neun Uhr am dortigen Busbahnhof wieder. Von dort nahm mich der wohl erfahrensten Autofahrer der Welt mit zurück nach München. Er hatte sich zehn Jahre lang als Schwertransport-LKW-Fahrer für Boote selbstständig gemacht und ist seit acht Jahren beruflich und privat jede Woche mehrere hundert Kilometer auf der Autobahn. Er ist über jede Grenze der EU schon einmal gefahren, außer der portugiesischen. In Portugal gibt es entweder keine Seen, oder keine Neureichen. Auf jeden Fall werden dort keine Boote gebraucht. Auf jeden Fall konnte er mir ein paar Grundsätze näher bringen, sollte man sich selbstständig machen wollen. Kann man immer brauchen.

Ich kann dieses „Transportmittel“ nur wäremstens empfehlen, und ich werde es definitv wieder nutzen. Leider eignet es sich nur, wenn ich auch eine Übernachtungsmöglichkeit habe, da seltsamerweise nach Ende einer Comedyveranstaltung (meist 23 Uhr) keiner mehr Mitfahrgelegenheiten anbieten…

 

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